Interview mit einem Franchisenehmer
DFV: Warum haben Sie sich für Janny‘s Eis entschieden?
Regina Kühn, Janny‘s Eis Berlin: Mein Mann hat bei Blume 2000 gearbeitet und dort erste Franchisenehmer unter Vertrag genommen. Ich selbst wollte schon immer etwas Eigenes machen. Und von meinem Mann wusste ich, dass Franchising eine gute und reale Chance bietet. Janny‘s Eis fiel mir durch Ausstrahlung und Erscheinungsbild auf. Ich machte mich zunächst mit dem Verkaufskonzept vertraut und stellte schnell fest, dass es sich hierbei um ausgewogene Franchisebedingungen handelte. Ich dachte das muss doch ein gutes Konzept sein. Immerhin hat Janny‘s bis heute 170 Filialen. Das Ambiente der Shops gefiel mir und bei einem Rundgang durch die Eisfabrik konnte ich mich von der Qualität des Eises überzeugen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Man muss ja wettbewerbsfähig sein. Mir gefielen die kundenfreundliche Ausrichtung und die zahlreichen Marketingaktionen. Es macht mir wirklich großen Spaß und lief von Anfang an gut.
DFV: Kommen Sie aus der Lebensmittelbranche oder haben Sie vorher branchenfremd gearbeitet?
Regina Kühn: Ich war 20 Jahre im Großhandel in der Geschäftsleitung tätig und danach ab 1992 selbstständig im Einzelhandel in der Textilienbranche. Aber im Alleingang kommt man nicht so weit. Das fängt schon beim Bekanntheitsgrad an. Allein hat man niemals die Mittel für so übergreifende Werbemaßnahmen. Würde ich heute nie wieder machen. 1995 hab ich dann den Franchisevertrag mit Janny‘s Eis gemacht und noch viel dazu gelernt, z.B. Personalführung, hygienische Standards für den Eisverkauf oder warenspezifische Verkaufsstrategien. Inzwischen ist meine Tochter selbst Franchisenehmerin bei Janny‘s. Einen größeren Vertrauensbeweis gibt es wohl nicht.
DFV: Wie lief die Existenzgründung in der Anfangsphase? Welche Unterstützung haben Sie von ihrem Franchisepartner erfahren?
Regina Kühn: Ich muss sagen, die Hilfe in der Anfangsphase war wirklich vorbildlich. Wir stehen in engem Kontakt zu unserem Franchise-Geber. Es gab ein ganz klares Investitionskonzept: Das heißt, wir wussten, wie viel wir investieren müssen und was uns der Franchise-Geber an Kredit gewährt. Den Kredit konnten wir übrigens mit Warenübernahmen abzahlen und ein Jahr war zinsfrei. Ich finde, das sind Superkonditionen. Der Ladenbau erfolgte durch den Franchise-Geber. Auch bekamen wir viel Unterstützung beim Einholen aller Genehmigungen bei den Behörden. Wir wurden wirklich an die Hand genommen. Die Franchise-Betreuer haben hier in der ersten Zeit richtig mit im Geschäft gearbeitet und uns geschult.
DFV: Was sind für Sie die Vorteile des Franchisings gegenüber traditioneller Existenzgründung? Wären Sie im Alleingang da, wo Sie jetzt sind?
Regina Kühn: Nein, auf keinen Fall. Ich war ja vorher auch selbstständig, aber kam da nie über einen gewissen Punkt hinaus. Mit Janny’s Eis habe ich ein wirklich bewährtes Geschäftskonzept übernommen, muss mich nicht um das Marketing kümmern, sondern kann mich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Das sichert meinen wirtschaftlichen Erfolg und minimiert mein unternehmerisches Risiko. Ich profitiere auch vom Bekanntheitsgrad, dem Wiedererkennungswert, die Kunden haben Vertrauen zum Produkt. Außerdem machen wir jedes Jahr eine Rentabilitätsberechnung als Grundlage von Planzielstellungen für die Umsatzentwicklung. Ich bin wirtschaftlich eigenständig und habe einen breiten Entscheidungsfreiraum, was mir auch wichtig ist. Aber ich bekomme Hilfe, wenn ich sie brauche. Auch ganz einfache Dinge sind von Vorteil: Ich habe beispielsweise sehr günstige Einkaufskonditionen durch meinen Franchise-Geber bei den Zulieferbetrieben. Nochmals ganz klar: Eine eigene Existenzgründung mit gleichwertigem Konzept ist nicht möglich.
DFV: Welche Tipps würden Sie potentiellen Franchise-Nehmern geben?
Regina Kühn: Jeder sollte vorher prüfen, ob persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse gegeben sind. Habe ich das Startkapital? Habe ich Unterstützung aus meiner Familie? Prüfen Sie den Franchise-Vertrag ausführlich. Können Sie sich mit Konzept und Produkt identifizieren? Ihre Arbeit wird nur gut sein, wenn Sie hundertprozentig dahinter stehen. Sie brauchen ein gesundes Selbstvertrauen zur Führung des Personals, sie müssen hoch motiviert sein. Selbstständigkeit heißt nicht, nach acht Stunden ist Feierabend. Minimieren Sie eigene Einkommensziele, prüfen Sie, ob Sie wenigstens für den Anfang Reserven haben. Das Wichtigste ist aber, Spaß an der Arbeit.